Genau eine Woche ist es nun her, dass die CDU-Land­tags­frak­ti­on die Can­na­bis-Lega­li­sie­rung zum The­ma im rhein­land-pfäl­zi­schen Land­tag gemacht hat. Die Hal­tung der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten ist und bleibt klar: Die Can­na­bis-Lega­li­sie­rung ist ein gro­ßer Feh­ler. Was SPD, FDP und GRÜNE machen ist ver­ant­wor­tungs­los – die Ampel-Regie­rung nimmt gesund­heit­li­che Schä­den, ins­be­son­de­re bei Kin­dern und Jugend­li­chen, dabei bil­li­gend in Kauf. Gegen die War­nun­gen aller Exper­ten macht die Ampel eine wei­te­re Dro­ge für die brei­te Öffent­lich­keit zugäng­lich. Auch aus den eige­nen Ampel-Par­tei­rei­hen meh­ren sich die Wider­wor­te – so mel­det sich bei­spiels­wei­se der ehe­ma­li­ge SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Kri­mi­nal­be­am­te, Wolf­gang Schwarz, in der Rhein­pfalz zu Wort. Schwarz spricht von einem ‚Irr­weg‘. (Rhein­pfalz, 27.02.2024).

Das ist gefähr­lich und ver­ant­wor­tungs­los zugleich, anstatt Kin­der und Jugend­li­che zu schüt­zen“, kri­ti­sie­ren die bei­den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Schnei­der und Gies.

Der vor­lie­gen­de Gesetz­ent­wurf ist inhalt­lich hand­werk­lich schlecht­ge­macht und lässt vie­le wich­ti­ge Fra­gen in Bezug auf die Umset­zung der Lega­li­sie­rung und die Kon­trol­le im Umgang mit Can­na­bis offen. Die neus­ten Locke­run­gen im geplan­ten Gesetz­ent­wurf zei­gen, wie rea­li­täts­fern die Bun­des­re­gie­rung ist und dass sie eine völ­lig ver­ant­wor­tungs­lo­se Kli­en­tel­po­li­tik auf Kos­ten der Gesell­schaft betreibt.

So wur­den in dem neu­en Gesetz­ent­wurf bei­spiels­wei­se die Kon­sum­ver­bots­zo­nen ver­klei­nert und Min­dest­ab­stän­de gestri­chen, die Ober­gren­ze für die im Eigen­an­bau erlaub­te Men­ge wur­de von 25 auf 50 Gramm Can­na­bis ver­dop­pelt und wer die­se Men­ge aus Sicht der Bun­des­re­gie­rung nur gering­fü­gig über­schrei­tet, soll sich künf­tig nicht mehr straf­bar machen, son­dern nur noch eine Ord­nungs­wid­rig­keit bege­hen. Durch die Lega­li­sie­rung wird die orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät nicht bekämpft und auch der Schwarz­markt nicht ein­ge­dämmt. Eher im Gegen­teil, die Kri­mi­nel­len erhal­ten durch die Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung in man­chen Berei­chen sogar Vor­tei­le. Künf­tig soll jeder 25 Gramm Can­na­bis im öffent­li­chen Raum besit­zen dür­fen. Das macht es unmög­lich für die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, Kon­su­men­ten von Dea­lern zu unter­schei­den. Die Ampel-Regie­rung ver­kennt, was sie damit unse­ren Poli­zei­be­am­tin­nen und ‑beam­ten auf­bür­det. In der Pra­xis ist es für die Poli­zei nahe­zu unmög­lich, die klein­tei­li­gen und kom­pli­zier­ten Regeln für Besitz und Kon­sum zu kon­trol­lie­ren. So müss­ten die Poli­zis­ten die Ein­hal­tung der Bann­zo­nen rund um Schu­len und Kitas über­wa­chen. Sie müss­ten dafür sor­gen, dass in Fuß­gän­ger­zo­nen zwi­schen 7 und 20 Uhr nicht gekifft wird. Sie müss­ten die Can­na­bis-Clubs über­wa­chen. Dort müss­ten sie bei­spiels­wei­se fest­stel­len, ob die Clubs ihre Räum­lich­kei­ten aus­rei­chend gegen Unbe­fug­te gesi­chert haben, ob sie die Abga­be­men­gen ein­hal­ten oder ob sie ihren Stoff tat­säch­lich nur an Mit­glie­der abge­ben. Für die­se und vie­le wei­te­re Auf­ga­ben fehlt bei den Sicher­heits­be­hör­den schlicht das Per­so­nal. Nicht umsonst haben sich die Innen­mi­nis­ter der Län­der ein­hel­lig gegen die Lega­li­sie­rung von Can­na­bis aus­ge­spro­chen“, erklärt Horst Gies.

Petra Schnei­der ergänzt: „Der Jugend­schutz wird durch die Lega­li­sie­rung nicht gestärkt, so wie es der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter immer wie­der betont, son­dern der Schwarz­markt wird sich ver­stärkt auf min­der­jäh­ri­ge Kon­su­men­ten aus­rich­ten und gezielt an Kin­der und Jugend­li­che herantreten.

Alle Beden­ken, die von Poli­zei­ge­werk­schaf­ten, Ärz­ten, Ärz­te-Ver­bän­den, dem Deut­schen Rich­ter­bund und den eige­nen Innen­po­li­ti­kern der Ampel geäu­ßert wur­den, wer­den ideo­lo­gisch weg­ge­wischt. Neben dem büro­kra­ti­schen Auf­wand haben vie­le schon zu Beginn der Debat­te vor den nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen einer Lega­li­sie­rung gewarnt, vor allem auch mit Blick auf den Kin­der- und Jugend­schutz. Die gesund­heit­li­chen Schä­den durch den Kon­sum von Can­na­bis sind nicht zu unter­schät­zen und ber­gen enor­me psy­chi­sche und sozia­le Risi­ken. Die Aus­wir­kun­gen für den Stra­ßen­ver­kehr sind eben­falls noch völ­lig unge­klärt und wir sehen hier eine erhöh­te Gefähr­dung für die gan­ze Gesellschaft.”

Gies, Schnei­der und die CDU-Frak­ti­on hal­ten die Ent­schei­dung von SPD, FDP und GRÜNE zur Can­na­bis-Lega­li­sie­rung für hoch­gra­dig ver­ant­wor­tungs­los. Sie begrü­ßen, dass die die CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on ange­kün­digt hat, das Gesetz zurück­zu­dre­hen zu wol­len, sobald sie die Gele­gen­heit dazu bekommt.

Hin­ter­grund:

Bereits die Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz hat sich im Rah­men ihrer 220. Sit­zung in Ber­lin im letz­ten Jahr mit dem Can­na­bis-Lega­li­sie­rungs­ge­setz befasst, nach­dem sich vor her die Frak­tio­nen der Ampel-Koali­ti­on abschlie­ßend über das Gesetz zur Lega­li­sie­rung von Can­na­bis ver­stän­digt hat­ten. Die Innen­mi­nis­ter haben die­sem Vor­ha­ben eine kla­re Absa­ge erteilt. Mitt­ler­wei­le haben auch Poli­zei­ge­werk­schaf­ten, Ärz­te, Ärz­te-Ver­bän­de, der Deut­sche Rich­ter­bund und sogar Innen­po­li­ti­ker der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on vor einer Lega­li­sie­rung gewarnt. Trotz­dem setzt die Bun­des­re­gie­rung ihr Vor­ha­ben um.